Franz Steiner - Schuler gab den
Anstoss zur Gründung.
DER GRÜNDER
ERINNERT SICH
"Nach dem Krieg
war in Schwyz am Güdelmontag-Morgen nicht viel
Ios. Bei der Rott der Nüssler waren Jeweils
etwa drei Maschgraden. Ich sagte, man sollte doch
dafür sorgen, dass wieder eine Rott zusammengebracht
werden könne. Darum organisierte ich 1949 zwölf
Maschgraden. Wir machten uns im Restaurant "Alpenrösli"
wo Alois Ehrler wirtete, bereit und verkleideten
uns. Der alte Gipser Wisel Nideröst war damals
Maschgradenvater der Schwyzer Nüssler. Er sagte
den beiden Trommlern Xaveri Kälin vom Steinboden
und Toni Kälin vom Klösterli sie sollten
ins "Alpenrösli" die Maschgraden
seien dort gerüstet. Beide gingen aber zum
Casino hinunter in die Maskengarderobe und liessen
uns sitzen.
Dafür trommelten sie für drei Maschgraden
im "Blatz"; es waren Toni Pfyl, der Maler
Wisel Seeholzer und noch einer, den Namen weiss
ich nicht mehr, vermutlich "General Gütsch".
Wir waren natürlich alle erbost und im Dorf
gab es ein Hallo. Der Güdelmontag ging vorbei.
Aus Wut ging ich am Abend nicht einmal ins Dorf
an die Fasnacht. Wir liessen einige Tage verstreichen,
kamen dann aber wieder zusammen. In gegenseitiger
Absprache entschlossen wir uns eine Güdelmontagmorgenrott
zu gründen.
Zu uns kamen noch die "Grossgrinde", die
sich als Fasnachtsgruppe aufgelöst hatten.
Ihnen, das waren neben andern Käräli Schuler
("Altbärg-Kari") und Josef Letter,
kam es gelegen, dass etwas Neues entstand. Die "Grossgrinde"
"lungerten" jeweils am Gudelmontag-Nachmittag
im Hinterdorf herum weil dort ja nichts los war.
Im Stubli von Wisel Nideröst im Restaurant
"Edelweiss" kamen wir dann am Mittefasten-Sonntag
1949 zusammen und gründeten die Gudelmontagmorgen-Rott.
Schriftsetzer Julius Kälin, der an der Reichsstrasse
einen eigenen Betrieb besass, wo heute die Druckerei
Wirtensohn ist, gab uns (als Mitinitiant Berater
und Sponsor) Anleitungen, wie man einen Verein gründet.
Er druckte uns auch die Büchlein für den
Einzug der freiwilligen Beiträge.
An der Fasnacht 1950 traten wir erstmals auf. Karl
Schuler und Kari Römer waren unsere ersten
Tambouren. Kari Römer trommelte dann noch einmal
mit Paul Seeholzer, dem Sohn des "Friileiters".
Wir schrieben am Anfang leider keine Protokolle.
Die ersten Jahresversammlungen waren eigentlich
wie Vorstandssitzungen. Man muss halt schon sagen:
Wenn die Nüssler die Tambouren geschickt hätten,
wäre nichts passiert, wir hätten heute
keine Güdelmontagrott."
Gespräch mit Franz Steiner vom 8. Januar 1988.
Quelle: Güdelmontag-Rott Schwyz, Notizen zur wechselvollen
Geschiche der "Dorfbächler-Rott" von
Hans Steinegger